Erinnern und Gedenken Steinheim

Steinheimer Vorstadt 24

Zuletzt geändert am 21.03.2016.

EMMA OPPENHEIM
geb. Stein
Jg. 1880
deportiert 1942
Ziel unbekannt
ermordet
JAKOB OPPENHEIM
Jg. 1884
verhaftet 1938
Buchenwald
ermordet am
11.12.1938
Emma Stein, in Groß-Steinheim geboren am 22. Juni 1880 und aufgewachsen, heiratete den vier Jahre jüngeren Kaufmann Jakob Oppenheim, gebürtig am 01. Januar 1884 in Abterode.
Beide betrieben ein Textilwarengeschäft in dem Haus Steinheimer Vorstadt 24, in dem sie auch wohnten. Wie es in einer Zeitungsanzeige heißt, handelte es sich, um das „Erste und älteste Manufakturwarengeschäft“ in Steinheim.
An die Ereignisse des 10. November 1938 erinnert sich Josef Seuffert. Er lebte als 12-jähriges Nachbarskind gegenüber dem Ehepaar Oppenheim in der Steinheimer Vorstadt und berichtet zunächst von der Zerstörung der Steinheimer Synagoge und anschließend:
„Aber die Erlebnisse des Tages waren noch nicht zu Ende. Franz kam zum Abendessen zu spät. Niemand schimpfte deswegen. Er aß kaum etwas. Gleich war er wieder am Fenster. Gegenüber wohnten Juden, die ein Textilgeschäft hatten. Sie hatten die Läden zugemacht. Aber durch die Ritzen konnte man sehen. Franz sah, wie SA-Leute die Wäsche aus den Regalen rissen. Dann kam die jüdische Frau dazu. Die SA-Leute schlugen sofort auf sie ein, warfen sie auf die Erde und traten sie mit Füßen. Da kam der Vater und riss Franz von dem Fenster weg. Er hatte das Schreien der Frau gehört. (…)“
Am Abend des 10. November 1938 wird auch der Besitzer eines weiteren Textilgeschäftes, Hermann Herz, in der Vorstadt 1 angegriffen und sein Geschäft vollständig zerstört.
Jakob Oppenheim wurde in den nächsten Tagen in das KZ Buchenwald verschleppt und am 11. Dezember 1938 dort ermordet. Arthur Mayer berichtete:
„nach seiner Heimkunft unter vorgehaltener Hand, dass er mit ansehen musste, wie … Jakob Oppenheim gehenkt wurde“.
Emma Oppenheim zog 1939 nach Frankfurt. Von dort wurde sie mit einem unbekannten Transport deportiert und in einem Konzentrationslager ermordet.
IMG_1898

Emma und Jakob Oppenheim

Erstellt am 08.11.2015